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Interessantes in Kurzform aus dem Berchtesgadener Land mit Rupertiwinkel - dem Südosten Bayerns

Die Sonne geht über Maria Mühlberg bei Waging auf
Die Strahlen erleuchten das Gotteshaus und die Herzen derer, die ihre Sorgen und Nöte, Bitte und Dank in einer Wallfahrt zur Mutter Gottes tragen

„Als Eva, Magd beim Bauern Adam Laiminger an einem Feiertage nach beendigter Vesper in der Pfarrkirche zu Waging nach Hause ging, sah sie unweit im Freien eine wunderschöne Frau in himmlischem Gewande dreimal um einen in der Nähe stehenden Birnbaum gehen ….“- so schreibt der Waginger Pfarrer Josef Schmid (1849-1867) auf und erzählt weiter von der damaligen Heilung des kranken Fußes der Magd und somit dem Beginn der Wallfahrt auf den Mühlberg am 24. Juni 1669. So großer Beliebtheit erfreute sich in den folgenden Jahrhunderten eine Wallfahrt nach Mühlberg, dass die umliegenden Pfarreien zeitweise für eine Wallfahrt an den Sonntagen ein Verbot erließen.
Um 390 Votivtafeln erzählen von Bitte und Dank, von Sorgen und Nöten und stellen in ihrer authentischen Darstellung und mit der meist erfolgten genauen Datierung einen ungeheuer-großartigen Schatz in Bezug auf die Geschichte des Rupertiwinkels dar.

Ein Korpus aus Schwemmholz am Gipfelkreuz auf dem Vogelspitz
Christus in der fließenden Gestalt eines im Wasser geschliffenen Stück Holzes


In der fließenden Gestalt eines im Wasser geschliffenen Stück Holzes sah Lois Wimmer aus Freilassing den Korpus für sein Kreuz auf dem Vogelspitz (2009 errichtet). Eine wunderschöne Radltour vom Wachterl (Queralpenstraße) aus durch die vor Jahren nach schlimmen Windereignissen fast gänzlich zerstörten und inzwischen in mühsamer Arbeit wieder aufgeforsteten Wälder der Weißwand öffnet sich der Blick in das Almgebiet der Anthaupten. Die anschließende kurze Wanderung auf den Gipfel des Vogelspitz mit dem wundersamen Kreuz auf 1285 m Höhe lohnt mit einem grandiosen Blick über das tief unten liegende Saalachtal.

Ein Farbenwunder in Blau
Schwertlilien zwischen Oberteisendorf und Traunstein an der B 304

Nach einem genügend feuchten Herbst wandelt sich im Winter eine Fläche unweit von Oberteisendorf Richtung Traunstein an der B304 zu einem natürlichen Eldorade für eisigen Wintersport (Eisstock und Schlittschuh).
Im Frühsommer dann aber wandelt sich das Bild und man sollte bereits in Oberteisendorf sein Auto stehen lassen oder gleich mit dem Radl kommen; denn auf diesem Gelände zeigt sich das „Naturwunder“ der seltenen Blauen Iris.
Und eine große Bitte: Die Fläche nicht betreten, um die ökologische Vielfalt an Tier- und Pflanzenwelt zu schützen.

Ein farbenprächtiges Lavendelfeld in der Provence oder eine Wiese im Rupertiwinkel?
Gemeindliche Ausgleichsfläche entwickelt sich zu reichblühender Wiese

Für jeden Fotografen ein „Sehnsuchtsmotiv“: Die in ihrem strahlend-rot-violett blühenden Lavendelfelder in der Provence. Nicht minder anziehend und praktisch vor der Haustür im Rupertiwinkel: Die wunderschön im strahlend-rot leuchtenden Kuckucks-Lichtnelken erblühen auf der vor Jahren von der Gemeinde Teisendorfs im Ortsteil Weildorf als Ausgleichsfläche angelegten Wiese. Besonders reizvoll das Gelände bei Sonnenaufgang: Die Sonne „frisst“ die nächtlichen Nebel und im Streiflicht glänzt der Tau wie Perlen.
Das ganze Gelände ein gelungenes Beispiel für die Aufwertung im Sinne der Erstellung von Ausgleichsflächen für geplante oder bereits getätigte Versiegelung größerer Areale. Und eine große Bitte: Die Fläche nicht betreten, um die ökologisch sich entwickelnde Vielfalt an Tier- und Pflanzenwelt zu schützen

Sonnenaufgang im Rupertiwinkel

Jeder Sonnenaufgang kommt mit noch nie gesehenen Stimmungen. Keiner gleicht dem Anderen. Der Reiz, viele dieser Sonnenaufgänge zu sehen, lässt zum Frühaufsteher werden. Zur Zeit setzt der Sonnenaufgang je nach Gelände die ersten Strahlen um 5.30 Uhr in die Landschaft.

Die in den Sommer hineingehende Wanderung über den östlichen Horizont schreitet seit der Wintersonnenwende unaufhaltsam voran – zur Zeit aus dem Rupertiwinkel (hier Kothbrünning bei Weildorf/Gmd. Teisendorf) gesehen über dem Haunsberg im nahen Österreich – bis dann zur Sommersonnenwende die Wanderung sich wieder umkehrt.

Die Kapelle des Hl. Johannes des Täufers in Piding am Johannishögl

Auf dem Weg von Piding den Johannishögl hinauf zur Filialkirche St. Johannes der Täufer wartet inmitten des Fichtenwaldes die Johanneskapelle auf Wanderer und Wallfahrer und bittet mit ihrer gediegenen Schönheit in ungewöhnlich-runder Bauweise um einige Minuten der Ruhe und Stille.

Erbaut 1701 vom Kloster Höglwörth sollte die Kapelle in der Zeit der Aufklärung auf Anordnung des Hochfürstlichen Salzburglichen Consistoriums 1785 verfallen. Dem Einsatz des Höglwörther Probstes verdankt die Kapelle ihren Fortbestand. Mit der letztmaligen Renovierung 2002 erstrahlt die Kapelle außen und innen wieder in ihrem Glanz – sehens- und bestaunenswert der barocke Stuckaltar mit den beiden Putten zur Rechten und zur Linken der neu erworbenen Figur des Hl. Johannes.

Die Trollblume – ganz winzige Insekten sichern den Fortbestand der Blume

Anger – Höglwörth: Die Trollblume (Trollius europaeus) – sie liebt feuchte Böden und steht ihres seltenen Vorkommens wegen unter Naturschutz. Sie zu pflücken ist somit nicht erlaubt und wäre auch absolut schade, da sie in freier Natur – wie hier malerisch vor dem ehemaligen Augustinerchorherrnstift Höglwörth - ihre einmalige Schönheit am besten entfalten kann.
Für die Bestäubung geht die Trollblume einen ungewohnten Weg: Grell-gelb leuchtend bilden die Blütenblätter eng aneinander liegend einen Ball. Nur sehr kleine Insekten – vor allem drei Fliegenarten der Gattung Chiastochaeta – schaffen es in das Innere der Kugel und legen ihre Eier in den Fruchtkonten ab. Die Larven ernähren sich von den Samen der Trollblume, verlassen dann die Blüte und bestäuben weitere Trollblumen.

Störche bauen ihre Kinderstube und brüten in Teisendorf

In Teisendorf lässt sich auch in diesem Jahr 2021 ein Storchenpaar partner- und nistplatztreu nieder, um hier zu brüten. Nach der langen Reise aus dem Überwinterungsquartier südlich der Sahara (Afrika) baut das Paar fleißig am Horst. Ziemlich wählerisch um das Nistmaterial stolzieren sie in ihrer stattlichen Größe 80 bis 100 cm am frisch gepflügten Acker entlang. Sie finden und verwerfen wieder und gleiten plötzlich – bei einem Gewicht von 2,5 bis 4,5 kg kaum zu glauben – völlig geräuschlos mit dem Schnabel voll Material in der mächtigen Flügelspannweite von 200 bis 220 cm in Richtung Horst davon.

Mächtig und sagenumwoben steht der Untersberg

Allein schon die Ausmaße des Gipfelplateaus von etwa 70 km2 geben Zeugnis von der Mächtigkeit des Gebirgsstockes. Besonders beeindruckend der Koloss von Westen her (Rupertiwinkel) und markant-unverkennbar die Mittagsscharte, an der auch die Grenze vom Berchtesgadener Land (Deutschland) zum Salzburger Land (Österreich) verläuft. Seine bekanntesten Gipfel: auf Österreichischer Seite der Salzburger Hochthron und auf bayerischer Seite der Berchtesgadener Hochthron – die höchste Erhebung am Untersberg (1972 m).
Mehr als 400 Höhlen mit der Schellenberger Eishöhle als die wohl bekannteste und seit der spektakulären Höhlenrettung im Juni 2014 die „Riesendinghöhle“ - sie nähren seit Menschengedenken und heute immer noch Sagen und Mythen: z.B. die Untersberger Mandl, die in Silber- und Goldminen arbeiten oder Kaiser Karl den Großen, der solange im Untersberg schläft, bis keine Raben mehr um den Bergstock fliegen.
Besonders beeindruckend: Der Dalai Lama nennt bei seinem Besuch in Salzburg 1992 den Berg „Das Herz-Chakra Europas“.

Bild links: von Piding-Johannishögl aus     --   Bild rechts: von Marktschellenberg-Ettenberg aus

überlieferte Kultur erleben - das Wegkreuz am Mitterweg in Anger

Das Land vor den Bergen – der Rupertiwinkel – zeugt mit seinen vielfältig am Weges- und Straßenrand zu findenden Wegkreuzen, Kapellen und Marterl vom tief in der Bevölkerung verwurzelten Glauben und der gelebten Kultur dieses Landes.
Das wunderbare Wegkreuz mit Madonnenfigur zwischen Anger und Aufham am Mitterweg (hier mit dem mächtigen Hochstaufen im Hintergrund) gibt Zeugnis von einer Zeit (bis 1921), in der es in Aufham keinen Friedhof gab und somit die Verstorbenen ihre letzte Ruhe in Anger im dortigen Friedhof fanden.
Der Leichenzug mit dem Verstorbenen führte von Aufham auf dem Mitterweg in Richtung Friedhof in Anger. Hier an diesem Wegkreuz wechselten nach einer kurzen Rast die Träger.

Hartes Eisen geschmiedet zu Kunstwerken

Der Kunstschmied - er steht an der Esse (Kohlefeuer). Die Luft aus dem Blasebalg facht das Feuer an und er hält das zu schmiedende Eisen in die ungefähr 1250 Grad heiße Glut. Mit einer schnellen Bewegung legt er das glühende Werkstück auf den Amboss und mit wenigen gezielten Schlägen beginnt sich das Eisen unter seinem schweren Hammer zu formen. Wahre Kunstwerke entstehen, mal unzerstörbar-schwer, mal filigran-leicht.
Bei ihrer schwer-schweißtreibenden Arbeit lassen sich die Kunstschmiede gerne auf Ausstellungen und Märkten zuschauen und zeigen ihr ansonsten meist in vom Schmiedefeuer dunkel-verrußten Schmieden ausgeübtes Handwerk.

Höglwörth und die Augustinerchorherrn

Den sich vom Vorfrühling in den aufbrechenden, in das Beginnen des Lebens der Natur übergehenden Höglwörther See begleitet im für Seele und Geist so wohltuenden Spaziergang auf dem gut 2 km langen Weg immer wieder das Schlagen der Kirchturmuhr. Sie erinnert und mahnt gleichzeitig an das über 700 Jahre währende Leben und Wirken der Augustinerchorherrn in diesem bis heute so einmalig als „Perle des Rupertiwinkels“ auf der Halbinsel an die Zugehörigkeit zum Erzstift Salzburg erinnernde Kloster.
Die Augustiner prägten das Leben und das Land am Fuße des Högls und in den Besitzungen weit verstreut über das heutige Salzburger Land und den Rupertiwinkel in ihrer Seelsorge und durch ihre Arbeit.
Nach der Auflösung wegen unüberwindbarer Streitigkeiten zwischen Probst Gilbert Grab und dem Domkapitel und immer wieder auftretender Geldnot endet die lange Geschichte des Klosters 1817 und am 14. Juni 1821 übernimmt Philipp Wieninger – Brauereibesitzer aus Teisendorf – nach dem Kauf die Schlüssel für die Gebäude des Klosters (außer Stiftskirche und Hofrichterstock).

Hausgärten und Naturschutzgebiete

Was haben die beiden gemeinsam?
Die Fläche! Denn die Fläche der Hausgärten in Deutschland entspricht laut Angaben von NABU ungefähr der Fläche der Deutschen Naturschutzgebiete. Welch ungeheuer große „Macht“ zum Erhalt der Schöpfung halten die Hausgärten in ihrer Gestaltung als Natur- und Gemüsegarten „in Händen“!

Passionsspiele in Oberammergau

„Zur Zeit des 30jährigen Krieges 1618 bis 1648 grassierte in Oberammergau wie auch in weiten Teilen des übrigen mitteleuropäischen Raumes die Pest. Sie raffte viele der Oberammergauer hinweg. So gelobten einige Bürger in Folge dessen im Jahre 1633, alle zehn Jahre Passionsspiele aufzuführen, sollte das Leid ein rasches Ende nehmen. Wie die Überlieferung belegt, endete ab diesem Zeitpunkt das Wüten der Pest. Schon 1634 lösten die Oberammergauer ihr Versprechen ein und führen seitdem durch alle Wirren der Zeit ihr Spiel alle 10 Jahre auf.“
Die Corona-Pandemie ließ das für 2020 geplante „Aufführungsjahr“ nicht zu und Oberammergau plant derzeit mit dem Spiel für das Jahr 2022.
Mehr Bilder von 2010 unter https://www.roha-fotothek.de/orte-ii/orte-ii-menu/oberammergau-theater/passionsspiel-2010

Karfreitag – er zählt zu den höchsten Feiertagen der Christen

Zu sehen ist er im Zusammenhang mit Ostern. Karfreitag mit dem Kreuzestod Jesu Christi richtet den Blick gleichzeitig hin zur Auferstehung am Ostersonntag.

Karfreitag und Karsamstag: In dem für diese Tage meist abgedunkelt-düsterem Licht der Kirchen stellt die Bevölkerung die vielen großen und kleinen, herrlich mit farbigen Lichtern beleuchteten und geschmückten „Heiligen Gräber“ auf. Dieser Brauch überschreibt sich mit dem Satz aus Jessaja 11/10 (Altes Testament): Sein Grab wird herrlich sein.

Narzissen oder Osterglocken

Narzissen oder auch Osterglocken genannt – sie fehlen in kaum einem Blumenbeet des Frühlings.

Nur sehr selten anzutreffen – wie hier in Neukirchen (Gemeinde Teisendorf) – wächst sie noch in kleinen Gruppen in ihrer ursprünglichen Form (Narcissus pseudonarcissus). Die wild wachsende Osterglocke schätzt kalkarme, lichte Standorte auf Bergwiesen oder in Mischwäldern und bevorzugt einen gut dränierten Stand.

Bitte beachten: Pflanze ist giftig; pflücken und ausgraben verboten – auch nicht als einen Handstrauß!

Die Josefsblümchen blühen am Josefitag

Pünktlich zum 19. März – zum Namenstag des Hl. Joseph – erblühen jährlich die Josefsblümchen (zweiblättrige Blaustern / Scilla bifolia). Dem hohen Feiertag als Gedenktag für den Vater des Jesuskindes verdanken sie ihren im Volksmund üblichen Namen. Bis ins Jahr 1968 war dieser Tag sogar bayernweiter Feiertag.
Es stellt sich jedes Jahr von Neuem die Frage, wieso diese wunderschön-blauen Sterne es immer wieder schaffen, „diesen Termin einzuhalten“. Ob ein früher oder ein später Frühling, oder ob zwischendurch starker Schneefall so wie heute: Es gibt für diese wunderschönen Botschafter des Vorfrühlings anscheinend kein Hemmnis.

Bitte beachten und Vorsicht: Die ganze Pflanze ist giftig und der in Deutschland selten wild wachsende Zweiblättrige Blaustern ist durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt, er darf also selbst für kleine Handsträuße nicht gepflückt werden.

Der Kalvarienberg hoch über Berchtesgaden mit den Kreuzwegkapellen

1760: Etwa auf halber Höhe des seinerzeit Georgenberg oder Görgenberg genannten Kälbersteins in Berchtesgaden (Bayern) legte Fürstpropst Michael Balthasar von Christalnigg wenige Monate vor seinem Tod den „Kalvarienberg“ an - zu erreichen über den Soleleitungsweg oder vom „Bier Adam“ aus über den Fürstenweg. Die auf dem Weg zur mächtigen Kreuzigungsszene angeordneten vier Kapellen zeigen in beinahe lebensgroßen Figuren:  Gebet am Ölberg, Geißelung, Dornenkrönung und Kreuztragung.
Unweit oberhalb zu sehen das vom Fürstprobst 1758 errichtete Schloss Fürstenstein mit Schlosskapelle.

Das Heiligegrab von Höglwörth 

Kaum Aufzeichnungen finden sich über das aus der Barockzeit bekannte und bis heute bestehende Herrengrab in Höglwörth. Wie so oft bei Nachforschungen, bestimmen auch hier vorliegende Einträge in Inventarlisten und Rechnungsbüchern die erste genaue Datierung. Das Rechnungsbuch von 1645 gibt den Hinweis auf ein Heiliges Grab.

Eigentlich im Turnus von drei Jahren jeweils an Karfreitag und Karsamstag in der Klosterkirche des ehemaligen Ausgustinerchorherrnstiftes zu sehen, fällt „cornonabedingt“ dieses einmalige Ereignis „Heiliges Grab von Höglwörth“ nach 2020 auch in diesem Jahr (2021) aus und die Herrengrabgemeinschaft plant bereits für 2023.
Mehr zum „Heiligen Grab“ mit viel Hintergrundwissen und reich-aussagekräftig bebildert findet sich im Buch „Sein Grab wird herrlich sein“ – anschauen und bestellen: https://www.roha-fotothek.de/veroeffentlichungen/sein-grab-wird-herrlich-sein

Auf dem Kreuzweg rund um den Höglwörther See

Der Weg um den Höglwörther See; zu jeder Jahreszeit für Jeden und Jedermann eine Wohltat in der Umrundung dieses herrlich gelegenen „Edelsteins“ der Natur (Anger im Berchtesgadener Rupertwinkel).
In der Fastenzeit bis zum Samstag nach Ostern gibt es das Erlebnis eines von der Heiliggrabgemeinschaft errichteten Kreuzweges. Die Tafeln der Stationen zeigen den schweren Gang Jesu von der Verurteilung bis zur Kreuzigung und Grablegung.
Der Brauch des Kreuzweg-Gehens entstand im 14.Jahrhundert. Den im Heiligen Land üblichen Pilgerbrauch entwickelten dort die Franziskaner. Möglichst plastisch sollte das Leiden und Sterben Jesu dargestellt sein. Sie gingen dabei den von Jesus vermutlich gegangenen Weg – heute Via Dolorosa genannt - schmerzhafte Straße.
mehr zu lesen unter: https://blog.berchtesgadener-land.com/2019/03/25/auf-dem-kreuzweg-rund-um-den-hoeglwoerther-see/

 

Helleborus niger - die Schneerose

Kaum ist der letzte Schnee getaut, strecken die Schneerosen ihre weißen Blüten ans Licht - meist anzutreffen in lichten Buchen- und Buchenmischwäldern auf kalkhaltigen Böden - in den Berchtesgadener Alpen steigen sie hinauf bis auf Höhen über 1500 m - hier auf der vorfrühlingshaften Wanderung hinauf auf die Kneifelspitze (1198 m).
Vorsicht und bitte beachten: die Pflanze ist stark giftig und besonders geschützt. Die „Rote Liste Deutschland“ stuft sie als gefährdet ein.

 

Staub aus der Sahara - Segen für die Landwirtschaft

"Vor rund 8.000 Jahren türmte sich der Staub auf bis zu einem Meter und sorgte gerade im Main-Frankengebiet bei Ochsenfurt und dem Gäuboden bei Straubing für nährstoffreichen Boden" - so Roland Eichhorn, Leiter des geologischen Dienstes beim Landesamt für Umwelt.
Der Sand aus der Sahara – starke Winde und große Temperaturunterschiede von bis zu 40 Grad Plus und nachts Minusgrade in der Wüste - treiben die Mineralstaubpartikel in große Höhen und die warme Luft aus Nordafrika schafft so den Weg über die Alpen; ja - der Saharastaub mit seiner Fruchtbarkeit findet seinen Weg sogar über den Atlantik bis ins Amazonasgebiet Südamerikas.
In seiner Fruchtbarkeit als „Der Segen für die Landwirtschaft“ bezeichnet,  wiederholt sich das Phänomen Saharastaub mehrmals jährlich, jedoch heute meist nur kaum sichtbar und als hauchdünne Schicht.

 

Schneeglöckchen ist nicht gleich Schneeglöckchen

Der Volksmund bezeichnet sie als Schneeglöckchen: Sie überziehen im zeitigen Frühjahr naturnahe Standorte – wie feuchte Wiesen und lichte Auwälder - mit ihren weißen Blüten. Botanisch jedoch heißt diese wild vorkommende, sich ungern verpflanzen lassende Blume Frühlings-Knotenblume (Leucojum vernum) oder auch Märzenbecher. Sie steht unter strengem Naturschutz und darf weder gepflückt, noch ausgegraben werden! (im Bild links)
Das Schneeglöckchen (Galanthus) hingegen lässt sich leicht verpflanzen oder aus Zwiebeln ziehen und schmückt so bereits seit Jahrhunderten als Zierpflanze Parks und Blumenbeete. (Bild rechts)

 

Fasching in Teisendorf – eine Tradition

In den künftigen Chroniken wird zu lesen sein: „Ein winziges Tierchen mit Namen Corona hat für einige Jahre die traditionellen Veranstaltungen unterbrochen.“

Die über Jahrzehnte, gar Jahrhunderte gewachsene Tradition selber lässt sich dadurch aber nicht beenden. Dazu gehört einer der größten Faschingsumzüge im südostbayerischen Raum – der Teisendorfer Faschingszug durch die Marktstraße – erstmals „genehmigt“ 1881. Von 1950 an gerechnet fällt der „Fasching in Teisendorf“ und damit auch der Faschingszug in diesem Jahr (2021) erst zum dritten Mal aus.

 

Der Schnalzerbrunnen in Saaldorf – das Aperschnalzen

„Dieser Bunnen und die Linde wurden anlässlich der 1200-Jahr Feier von Saaldorf am 7. Mai 1988 gesetzt:“ – so zu Lesen am Schnalzerbrunnen in Saaldorf. Die aus Bronze gegossene, vom Bildhauer H. Messner aus Munderfing (Österreich) geschaffene Figur des Schnalzers zeigt in ausdrucksvoller Körperlichkeit die Spannung und Anspannung des Schnalzers mit seiner Goaßl.
Nicht von ungefähr steht der Schnalzerbrunnen in Saaldorf; das Dorf, in dem sich nach dem zweiten Weltkrieg in der stetig wachsenden Beliebtheit dieses uralten Rupertiwinkler Brauches 1957 die Schnalzervereinigung Rupertiwinkel gründete – federführend und als der Gründer der Vereinigung geltend der Saaldorfer Hans Armstorfer.
Mehr zu diesem Brauchtum zu lesen unter
https://blog.berchtesgadener-land.com/2020/01/29/das-aperschnalzen-mit-handwechsel-in-ufering-teisendorf/

blog.berchtesgadener-land.com/2017/01/19/das-aperschnalzen-im-rupertiwinkel/

Das Gipfelkreuz auf dem Roßfeld

Das Gipfelkreuz hoch über der reizvollen Roßfeldhöhenringstraße – tiefverschneit im eisigkalten Winter oder vor den „Sternen ohne Zahl“ des sommerlichen Nachthimmels.

Die Inschrift am Kreuz erinnert an die Gefallenen Kameraden.  1985 traf ein Blitz das Kreuz und äscherte es komplett ein. Schon im gleichen Jahr konnte Pfarrer Sturm das neu errichtete Kreuz wieder einweihen.

Die Roßfeldhöhenringstraße: Nach einer 1927 ins Spiel gebrachten Idee des Sanitätsrat Dr. Knorz aus Prien begann der Bau der Roßfeldstraße 1938 als östliche Endschleife der Deutschen Alpenstraße mit der endgültigen Fertigstellung erst 1955. Die Alpenstraße sollte ursprünglichen Planungen nach in der Strecke Unterau – Oberau – Roßfeld – Obersalzberg –Hinterbrand – Königssee ihren grandiosen Abschluss finden. Touristische Gedanken lagen dem Bau zu Grunde und wohl auch die Möglichkeit, den vielen Besuchern einen „entfernten“ Blick in den ab 1937 gesperrten Hochsicherheitsbereich des Obersalzberges zu gewähren.

Für die Krippe in der Stiftskirche in Laufen endet die Weihnachtzeit erst am 2. Februar

Der Krippenjockl lädt noch bis Maria Lichtmess (2. Februar) in der ältesten gotische Hallenkirche Bayerns – in der Stiftskirche von Laufen / Rupertiwinkel - zum „Kripperlschauen“. Am 6. Januar – dem Fest der „Erscheinung des Herrn“ zogen in das seit Mitte Dezember vor dem rechten Seitenaltar dargestellte Geschehen um die Geburt des Jesuskindes die prächtig gekleideten Heiligen Drei Könige mit ihrem Gefolge ein. In der Krippe erzählen begleitend die bis zu 80 cm großen, als Gliederpuppen voll beweglichen Figuren auf der ca 30 qm großen „Bühne“ Geschichten aus dem Leben der Stadt an der Salzach.

Endet seit dem 2. Vatikanischen Konzil (Mitte der 1960er Jahre) für die Kirche die Weihnachtszeit zwar bereits am Fest der Taufe des Herrn (Sonntag nach Drei König), bleiben die liebevoll gepflegten Krippen meist bis Maria Lichtmess stehen, dem Tag, den die Kirche ab dem 6. Jahrhundert als das Ende der Weihnachtszeit festgelegte.

Mehr zur Krippe in der Stiftskirche im BLOG-Beitrag: https://blog.berchtesgadener-land.com/2020/12/21/krippenfiguren-die-zum-leben-erwachen/

Weihnachtliche Beleuchtung

Viele Lichter in den Straßen, an Christbäumen und Häusern erhellen die längsten Nächte des Jahres rund um Weihnachten und zaubern eine unnachahmliche Stimmung. Schön langsam werden in nächster Zeit diese Beleuchtungen wieder verschwinden, denn an Maria Lichtmess (2. Februar) verlängert sich der Tag gegenüber der Wintersonnenwende (Thomastag 21. Dezember) bereits um mehr als eine Stunde.

Die Bilder zeigen das Ramsauer Kircherl (dem h. Sebastian geweiht) an der Ramsauer Ache mit im Hintergrund der Reiter Alpe – gelegen im südlichsten Teil des Berchtesgadener Landes und der kgl. Kurgarten von Bad Reichenhall mit dem Gradierhaus.

Der Stock saust übers Eis
Ein eiskaltes Wintervergnügen

Schwung holen, genau zielen und schon saust der Stock übers Eis.... er soll möglichst nah beim „Haserl“ zum Stehen kommen und dabei - wenn möglich - noch die gegnerischen Eisstöcke aus der Bahn räumen. Ein „eiskaltes“ Wintervergnügen ohne viel Vorbereitung, ohne viel teure Ausrüstung. Nur kalt muss es sein, damit die Seen zufrieren und sich dickes, tragfähiges Eis bildet. Und fehlt ein See, dann tut es auch eine auf der Wiese aufgespritzte Eisfläche, die so mit einfachsten Mitteln den Zweck erfüllt....

weiterlesen unter https://www.roha-fotothek.de/reportagen/menu/eisstockschiessen

Aperschnalzen im Rupertiwinkel
(seit 2013 von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe anerkannt)

Stephanitag – 2. Weihnachtsfeiertag: Die Aperschnalzer im bayerischen Rupertiwinkel und nahen Österreich drüberhalb der Grenze der Salzach und Saalach schnalzen ab diesem Tag bis zum Faschingsdienstag. Das ganze restliche Jahr über ruhen die Goaßln (bis zu 4 mtr lang – aus Hanf gedreht). Der Ton entsteht durch die ruckartige Richtungsänderung der Goaßl. Der am Ende angebrachte Bast erreicht dabei Überschallgeschwindigkeit und erzeugt den Knall. Viel Üben, Taktgefühl und Körperbeherrschung gehört dazu, in der Pass (Gruppe) mit neun Schnalzern in einer eng aufeinanderfolgenden Reihe die so typische Tonabfolge zu erreichen.

Kurzfilm über das Aperschnalzen - https://www.youtube.com/watch?v=sIDY8xlbvhM
BLOG-Beitrag: https://blog.berchtesgadener-land.com/2020/01/29/das-aperschnalzen-mit-handwechsel-in-ufering-teisendorf/

Bilder von links:
- ein einzelner Schnalzer vor der imposanten Rupertiwinkler Kulisse des Hochstaufen und Zwiesel
- eine Schnalzerpass in der kurz aufeinanderfolgenden Bewegung der Goaßln in der Pass
- der "Schnalzerbrunnen" in Saaldorf - dort begann nach dem 2. Weltkrieg mit der Gründung der Schnalzervereinigung Rupertiwinkel e.V. (25. März 1957) das Schnalzen sich langsam zu organisieren

Frauentragen - wenn Maria für eine Nacht Herberge bekommt

In vielen Gegenden des südostbayerischen Raumes lebt der beinahe in Vergessenheit geratene Brauch des Frauentragens wieder auf, der schon über Jahrhunderte seinen festen Platz in der Zeit des Advents hatte. Eine Marienikone oder Marienstatue wird dabei von Haus zu Haus getragen und die Familien geben symbolisch Maria als Herbergssuchende für eine Nacht Unterkunft. Sie richten einen kleinen Hausaltar her oder geben Maria beim Adventkranz ihren Platz. Eine kleine Andacht wird gefeiert und dabei erzählt von der mühsamen Herbergssuche des Paares, gerade da ja Maria hochschwanger ist.

Am nächsten Tag trägt man dann Maria zur Nachbarfamilie weiter und bittet symbolisch um Herberge, die gerne gewährt wird, warten ja oft gerade die Kinder auf diesen wundervollen Abend mit Maria in ihrer Mitte, auf einen Abend voll Erzählungen über die Zeit des Advents - des Ankommens.

Stille Nacht - Heilige Nacht

Vor mehr als 200 Jahren in einer Winternacht des Jahres 1816 schreibt Pfarrer Josef Mohr im Angesicht des unsäglichen Leides von ständigen Gewaltverbrechen und Besatzungen der Napoleonischen Kriege diese Zeilen des Friedens und mit der Vertonung von Josef Gruber bringt dieses Lied am 24. Dezember 1818 in der Nikolauskirche in Oberndorf ein wenig Licht in das Dunkel der von schrecklicher Armut geprägten Zeit; und dieses Lied trägt in seiner Schlichtheit das Licht des Friedens bis heute in mehr als 300 Sprachen um die Ganze Welt.
Eindrucksvoll zum Jubiläum dieses Liedes setzte das Adventsingen 2018 im Großen Festspielhaus in Salzburg das Thema um und baut in die damalige Weihnacht in Oberndorf 1818 als „Probe für das Hirtenspiel in der Nikolauskirche getarnt“ das adventliche Spiel um die Geburt des Jesuskindes ein, zu dem der Stille-Nacht-Komponist zum Schluss erstmals dieses Lied singen lässt.
Kurzfilm zur Aufführung im Großen Festspielhaus in Salzburg 2018

Winter-Weihnachtsmärchen im Königlichen Kurgarten von Bad Reichenhall

Winter-Weihnachtsmärchen im Königlichen Kurgarten von Bad Reichenhall mit seinen vielenhunderten von Lichtern an den Christbäumen, der weihnachtlich-warmen Beleuchtung der Gebäude rund um den Park und dazu dem in diesen Tagen gefallenen Schnee …
Der Kurgärtnerei und den Veranstaltungstechnikern der Bayerischen Staatsbad Bad Reichenhall Kur GmbH verdanken es die Besucher, ab der Dämmerung bis 19 Uhr ein Lichtschauspiel der besonderen Art zu erleben, in das die leise zu hörende klassische Musik der Philharmonie dazu ein besonderes Ambiente zaubert.

Radltour von Berchtesgaden über Bad Reichenhall in den Rupertiwinkel

Der späte Spätherbst – er eignet sich mit der tief stehenden Sonne ganz besonders für eine erholsame – wie man sagt: entschleunigte – Radltour durch das Berchtesgadener Land. Die Sonne tauch die „Kirchleitnkapelle“ hoch über Berchtesgaden mit im Hintergrund dem Watzmann in ein besonderes Leuchten; durch Bad Reichenhall mit Gruttenstein und Kurhaus zu radeln zeugt von langer, bewegter Geschichte und mondänem Leben der Kurstadt; über die Saalach bei Ainring führt der Weg nach Salzburg, jene Stadt, die das Leben des um die 1000 Jahre zum Erzbistum gehörenden Rupertiwinkels prägt. – Hier sind NUR drei Stationen der gemütlichen Radltour aufgegriffen – macht Lust auf mehr…

Der Stockschwamm

Ein Alter von bis zu 30 Jahren kann ein Stockschwamm (Zunderschwamm) erreichen und dabei bis zu einer Breite von 30 cm heranwachsen (in Ausnahmefällen sogar noch breiter). Als „Schwächeparasit“ findet er seinen Wirt meist an Laubhölzern. Durch Wunden an Astgabeln und Stämmen dringt der Schwamm ein und verursacht im Kernholz „Weißfäule“, die den Baum nicht selten an dieser Stelle abbrechen lässt.
Und warum „Zunderschwamm“: Seine leicht entzündliche Mittelschicht nützten die Menschen schon ab der Jungsteinzeit zum Feuermachen. Auch „Ötzi“ - die in den Ötztaler Alpen gefundene Gletscherleiche (geschätztes Alter ca 5000 Jahre) - trug Zunderschwamm bei sich.

Die Katze

Die Katze – das beliebte Schmuse-Haustier in Wohnungen und als Mäusefänger besonders in der Landwirtschaft nach wie vor auf beinahe allen Höfen zu finden. Die Geschichte der Beziehung Katze/Mensch scheint schon von ca 9000 Jahren als belegt. Aber nicht der Mensch suchte sich das Tier aus, sondern die Katze folgte den allmählich sesshaft werdenden Menschen als Abfallverwerter in ihre Siedlungen. Es ergeben sich für beide Vorteile und die Katze domestiziert sich allmählich selber – durch Funde in Mesopotamien, Anatolien und Jordanien belegt.

Camposanto – Heiliges Feld - Friedhof von Teisendorf

Als „Camposanto“ (heiliges Feld) legte die Bürgerschaft nach Teisendorfs verheerenden Marktbrand am 29. Mai 1815 den heutigen Friedhof an. Zum wiederholten Male zerstörte ein Brand große Teile des Marktes. Auch die Kirche samt Kirchturm stürzte und machte den um die Kirche angelegten Friedhof unbenutzbar. Da der Friedhof zudem sowieso zu klein war, legte man unweit der Kirche den heutigen Friedhof im italienischen Stile eben eines „Camposanto“ an, sowie er heute noch mit den charakteristisch angeordneten Gräberreihen und insbesondere mit der hohen Einfriedung als nach innen offener Bogengang vorzufinden ist. Im Bogengang als Grüfte angelegt erwarben sich Bürger Grundeigentum, das teilweise auch heute noch an die Nachkommen weiter vererbt wird.

Schloss Seehaus - ein „verwunschenes“ Schloss? Nein! – Ein Schloss voller Geschichte!

Kaum jemand erahnt an diesem kleinen, idyllisch gelegenen See – dem Weidsee in der Gemeinde Petting, im Volksmund liebevoll Seehauser See genannt - ein bis heute viel Geschichte des Rupertiwinkels erzählendes Schloss.
Wie so oft in der Region spielt auch für Schloss Seehaus das Salz eine gewichtige Rolle. Ursprünglich eine Burg geht der Besitz 1280 an das Erzbistum Salzburg über und dient als Wachposten und für die Mauterhebung an der mittelalterlichen Unteren Salzstraße über Waging nach München.
Im Laufe der Jahrhunderte ändert die Burg immer wieder ihr Aussehen bis hin zum jetzigen schmucken Schloss und diente dabei „vielen Herren“ als Wohn- und Arbeitssitz. Die aus Rupertiwinkler Sicht wohl bekannteste Besitzerin: Salome Alt – die Lebensgefährtin des Salzburger Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, für die der Erzbischof 1600 den Hauptbau erneuerte.
Bitte beachten: Das Schloss ist heute in Privatbesitz und nicht zu besichtigen.

Der Stadel im Haarmoos – er scheint zu brennen ….

Immer und immer wieder „spielt“ das Haarmos mit der „Sonne“.  Ob Sonnenaufgang – so wie heute früh – oder Sonnenuntergang: das immer wieder je nach Jahreszeit aus den Himmelsrichtungen Ost, Süd oder West einfallend-wechselnde Licht der aufgehend- oder untergehenden Sonne setzt sich dramatisch auf die für das Haarmoos so charakteristischen Stadel.
Die ehedem zum Erzstift Salzburg gehörenden Flächen des Haarmoos (Huisee genannt) machte Erzbischof Hieronymus Coloredo 1772–1774 durch Entwässerungsmaßnahmen urbar, um landwirtschaftlich nutzbare Fläche zu gewinnen. Dafür vertiefte er den einzigen Abfluss des Sees, den Schinderbach, um zwei Klafter (ca. 1,75 m). Um 1900 wollte man den Abtsee nochmals um 80 bis 100 cm abzusenken, scheiterte hiermit jedoch an der Ablehnung der Laufener Bürger.

Solebrunnen und Gradierhaus im kgl. Kurgarten Bad Reichenhall

Vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst – vom frühen Morgen bis in den späten Abend - für Erholung und Heilung Suchende - der kgl. Kurgarten Bad Reichenhall steht mit Solebrunnen und Gradierhaus für alle offen. … Gleichsam für Leib und Seele - die Eindrücke des Gartens und die gesundende Wirkung der gradierten Sole...

Den Gesundheitswert der an den Weißdornbüscheln fein zerstäubten Sole entdecken im 19. Jahrhundert in der Gradierung Beschäftigte, die viel weniger als andere Arbeiter an Atemwegserkrankungen leiden. (Gradieren bedeutet: Der in den Bad Reichenhaller Quellen geförderten Sole durch das Zerstäuben Wasser entziehen, um bei der folgenden Versiedung Heizmaterial zu sparen.) Ab 1846 nutzen darauf die Kurgäste des Bades Achselmannstein das benachbarte Gradierhaus als Freiluftinhalatorium.

Das Ramsauer Kircherl

Beinahe liebevoll das „Ramsauer Kircherl“ genannt steht das dem Hl. Sebastian geweihte Gotteshaus (erbaut 1512 vom Berchtesgadener Probst Gregor Rainer) vor der malerisch-mächtigen Kulisse der Reiter Alpe an der ehemaligen Salzstraße, die von Berchtesgaden hinauf auf den Hirschbichlpass und hinüber in den österreichischen Pinzgau führte.
Die Salzsäumer mit ihrer wertvollen Fracht nutzten über Jahrhunderte den beschwerlichen Weg und heute gilt eine Wanderung „auf den Spuren der Salzsäumer“ durch das Klausbachtal als der Inbegriff des Erlebnisses „Nationalpark Berchtesgaden“.

Almabtrieb von der Mordau - Ramsau

Die mächtigen, schon verschneiten Gipfel der Berchtesgadener Alpen geben das sichtbare Zeichen: Es wird Zeit, die Tiere von den Almen wieder ins Tal zu bringen.
Von der Mordau in der Gemeinde Ramsau treibt Anja - die Sennerin des Hinterkeilhoflehens - auf dem 3 ½ -stündigen Weg mit den sie tatkräftig unterstützenden Helfern und Helferinnen den für Mensch und Tier anstrengenden Weg zuerst hinab auf die Queralpenstraße, dann hinauf aufs Hochschwarzeck und weiter wieder hinunter nach Bischofswiesen. Da den Sommer über weder auf der Alm noch zu Haus im heimischen Hof ein Unglücks- oder gar Todesfall zu beklagen war, tragen die Tiere stolz ihren herrlichen, in aufwendiger Arbeit in den letzten Wochen vor dem Almabtrieb gefertigten Kopfschmuck, die Fuikln.

Die Schützenwallfahrt in Sachrang zur "Müllner-Peter-Kapelle"

„Der Müllner Peter (Peter Huber) von Sachrang“ - viele Geschichten ranken sich um diesen  Mann, der zwar als Müller seinen Lebensunterhalt verdiente, aber vor allem als begnadeter Musiker, Heilkundler für Mensch und Tier und politisch stark Engagierter das Leben in und um Sachrang Ende 18. Anfang 19. Jh. prägte. Seiner starken Religiosität verdankt es Sachrang, in der Gemeinde Aschau im Priental gelegen, eine weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Wallfahrt zur Ölbergkapelle erleben zu dürfen. Der Müllner Peter rettete nach dem frühen Unfalltod seiner Frau Maria die vom Verfall bedrohte Kapelle durch seinen persönlichen und finanziellen Einsatz. Es lebte so die Tradition der seit der Erbauung der Kapelle im 17. Jh. bestehenden Wallfahrt wieder auf, die dann aber nach dem Tode des Peter Huber abebbte, um jetzt wieder seit 1972 als Bayerisch-Tiroler Wallfahrt alljährlich am 3. Sonntag im September begangen zu werden.

Die Herbstzeitlosen strecken ihre Lilablütenblätter in den weiß-blau-bayerischen Himmel

Der Herbst kündigt sich nicht nur im Kalender an, sondern er zeigt sich in seiner typischen Vegetation. Auf dem großen, weitgehend der Natur überlassenen Gebiet vor dem herrlichen Ensemble des ehemaligen Augustinerchorherrnstift Höglwörth (Berchtesgadener Land – Rupertiwinkel) recken sich im strahlenden Lila leuchtend die filigranen Kelchblätter der Herbstzeitlose in den Himmel.

Bei ihrer Schönheit könnte man leicht vergessen, dass es sich um eine äußerst giftige Pflanze handelt. Im Herbst blüht sie - beinahe wie ein Krokus aussehend – und bildet im darauffolgenden Frühjahr/Frühsommer ihre Laublätter mit der die Samen tragenden Kapselfrucht.

Steinmandl – Wegweiser, Kunstobjekt und Kraftort

Auf Wanderungen am Wegesrand und besonders in Weggabelungen und Abzweigungen, aber auch in Flußbetten und an ganz besonderen Orten zu finden – die Steinmandl. Ein solches aufzustellen, bedarf es einiger Geschicklichkeit.
Das für den Wanderer als Orientierung gedachte Steinmandl weist den Weg in einem Gelände, in dem sich Wegweiser nur schwerlich aufzustellen lassen. Nach Möglichkeit legt der Wanderer wiederum einen Stein dazu.
Die in der freien Natur, oft in einem Flussbett gebauten Steinmandl stehen als Naturkunst, die sich die Natur wieder zurückholen wird, die aber in ihrem Bauen Ruhe und Entspannung bis hin zur Meditation bringen.

Wander- und Radlziel für Jedermann – der Frillensee in der Gemeinde Inzell

 

Von Adlgaß aus (Gemeinde Inzell -(Chiemgau) oder über den Teisenberg von Anger aus (Berchtesgadener Land / Rupertiwinkel) – der Frillensee lohnt als Wander- und Radlziel. Vollkommen unverbaut führt der Rundweg an den Ufern entlang und lädt mit Rastplätzen ein zur verdienten Brotzeit.
Als der kälteste See Mitteleuropas – er liegt in 922 m Höhe an den Nordhängen des Zwiesel – friert er meist schon Ende November zu und sein den ganzen Winter über beständiges Eis ermöglichte vor dem Bau des ersten Kunsteisstadions der Welt in Inzell Eisschnelllaufsport auf Natureis - Bau des ersten Stadions 1963 und mit dem Abriss und Neubau 2011 jetzt das modernste Kunsteisstadion der Welt.

Das Haarmoos - ein Erlebnis für Herz und Seele

Nach dem Abschmelzen der letzten Eiszeit vor etwa 10 000 Jahren bedeckte ein flacher See das Gebiet und mit dem Einwachsen von Schilf, Seggen und Binsen begann die allmähliche Verlandung. Der an das Gebiet angrenzende Abtsdorfer See blieb als eine tiefe „Schürfwunde“ des abschmelzenden Gletschers zurück und zeugt von der eisigkalten Zeit.
Heute führen für den Wanderer und Radler freigegebene Feldwege durch die feuchten Wiesenflächen.  Diese Flächen beherbergen viele auf der Roten Liste Bayerns stehende bodenbrütende Vogelarten und eine vielfältige Flora mit zahlreichen seltenen und geschützten Arten.

Nicht nur in Lüneburg blüht die Heide

Das Schönramer Filz (Schönramer Moor) in der Gemeinde Petting/Rupertiwinkel: Im „Hochsommer“ August herrscht hier die Farbe Lila! Über und über blüht die Heide. Besonders reizvoll der Kontrast vom Lila des Heidekrauts und dem Tiefblau des Moorsees.
Die 3,4 km lange, bestens beschilderte Wanderung führt bei einer Gehzeit von ungefähr 1,5 Stunden durch die verschiedenen Zonen der Renaturierung und bietet im Sommer mit Abschnitten im kühlen Wald und dem teilweise sehr warmen freien Gelände eine besonders auch für Familien lohnenswerte Runde.

Der Brunnen "Maria Immaculata" in der Marktstraße von Teisendorf

In der Marktstraße von Teisendorf leuchten im Lichte der aufgehenden Morgensonne die herrlichen, im Inn-Salzachstil errichteten farbenfrohen Fassaden der Straße in das erwachende, rege Leben des Tages hinein.

Der Marienbrunnen: Nach der aufwendigen Sanierung der Marktstraße 2002/2003 fand der Brunnen „Maria Immaculata“ von den vielen, bei einem Wettbewerb eingereichten Vorschlägen heimischer Künstler den Zuschlag der Bevölkerung und des Gemeinderates zur Errichtung an dieser historischen Stelle. Ein noch bestehender Brunnen – ebenfalls aus Achthaler Guss und gleich dem historischen, 1859 in Teisendorf errichteten und 1931 abgerissene Brunnen – lieferte für den erneuten Guss die Form.

Die Länderbrücke in Laufen

Der wegen immer wiederkehrender, verheerender Hochwässer der Salzach notwendig gewordene Neubau der Brücke - Oberndorf (österreichisch) und Laufen (bayerisch) verbindend - liest sich in seiner Baugeschichte beinahe wie ein „Wettbewerb“ der beiden Orte. Mal hatte der Eine, dann wieder der Andere einen Vorsprung in seinem Bauabschnitt. Jedoch zogen alle „an einem Strang“ und es feierten schon am 2. Juni 1903 nach nur 18-monatiger Bauzeit gemeinsam die Oberndorfer drüben und die Laufener hüben die Einweihung des so herrlich gelungenen Bauwerks.

Anger hoch oben auf dem Fels

Auf einem langgestreckten Felsrücken aus Nagelfluh (Konglomerat-Gestein) liegt weithin sichtbar das von König Ludwig I bei seinem Besuch 1841 als „das schönste Dorf in seinem Königreich“ bezeichnete Anger (Berchtesgadener Land – Rupertiwinkel).
In sog. Traditionsbüchern taucht dieser Ort unter dem Namen „Ellanburgkirchen" bereits im 10. Jh. mehrmals in Tauschverträgen der edlen Frau (später Nonne) Ellanpurg im Gebiet um den Högl und am Högl auf.
Der „Dorfanger“ von heute: Umgeben von schmucken, eng aneinander liegenden Häusern behielt er im Inneren seine unverbaute, in dieser Art wohl als einmalig zu bezeichnende Form mit der herrlich-golden leuchtenden Mariensäule als der Mittelpunkt des Ortes und der Gemeinde.

Blumenschmuck im Rupertiwinkel - Geheimnis der Schönheit

Die Frage nach dem Geheimnis des wunderschön-üppig gedeihenden Blumenschmuckes im Rupertiwinkel: Es findet sich wohl keine für allgemein gültige Antwort. Der geduckte Baustil der Häuser des Rupertiwinkels übt sicher Einfluss auf das gute Wachsen und Gedeihen aus. Breite Vordächer und als Baumaterial viel Holz lässt ein vorzügliches Klima entstehen, begünstigt durch meist gemäßigte Witterung. Wichtig auch die richtige Sortenwahl für den jeweiligen Standort, die Verwendung von guter Blumenerde und vor allem die regelmäßige Versorgung mit Wasser und Dünger und dazu eine „handvoll Liebe“, die täglich sich um die Blumen kümmert.

Rupertiwinkel - Teisendorf:
Panorama über Teisendorf Richtung Högl, Untersberg und Hochstaufen mit riesigem Kreuz

Mehrere Bänke laden oben auf dem Schelmberg hoch über Teisendorf ein, sich Zeit zu nehmen an dem riesigen, hier 1946 aufgestellten monumentalen Kreuz mit den aus Eisen gegossenen Figuren (Korpus Jesu drei und Marienstatue vier Zentner schwer). Hinaus schauen in das herrliche Land „vor den Bergen“ mit dem markanten Gebirgsstock des Untersberges, dem Fuderheuberg und dem Hochstaufen…. Ursprünglich befanden sich die Figuren des Kreuzes nach der Mission 1846 an der südlichen Mauer der Pfarrkirche St. Andreas, bis sie hier oben ihren „alles überschauenden Platz“ fanden.

100 Jahre Salzburger Festspiele
Sommer 2020


100 Jahre „Jedermann“ – das Spiel um das Sterben des „Reichen Mannes“
Hugo von Hofmannsthal hatte das Schauspiel ursprünglich für die Aufführung am 1. Dezember 1911 im Berliner Zirkus Schumann (unter der Regie von Max Reinhardt) nach dem Vorbild spätmittelalterlicher Mysterienspiele geschrieben.
Max Reinhardt holte es für die von ihm und Hofmannsthal gegründeten Festspiele nach Salzburg und bis heute kommt das Stück – wie damals bei der Premiere am 22. August 1920 als idealer Spielplatz erkannt – auf den Stufen vor der gewaltigen Kulisse des Doms zur Aufführung.

 

Die Burg von Burghausen

Direkt gegenüber auf dem Bergrücken liegt im letzten Licht des Abends herrlich beleuchtet die längste Burg der Welt – die mächtig-erhabene Burganlage von Burghausen mit den sechs Höfen und insgesamt mehr als 1 km Länge. Die tief unten zwischen den Hügeln laufende Salzach trennt als „Nasse Grenze“ seit 1816 Bayern mit Burghausen drüben und das österreichische Hochburg-Ach hüben.
Die Wurzeln der Burganlage gehen durch die außergewöhnliche Lage des Burgberges auf eine frühe Besiedelung in der Bronze- und Eisenzeit im Bereich der heutigen Hauptburg zurück; dazu kommen zahlreiche Spuren aus keltischer und römischer Zeit. Die älteste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1025.

 

Waginger See

Als der wärmste Badesee Oberbayerns gilt der Waginger See, den eine von einer Brücke überspannte Engstelle vom Tachinger See trennt.
Die letzte Eiszeit – die Würmeiszeit (das Ende der Eiszeit datiert sich auf ungefähr vor 18 000 bis 10 000 Jahren) – schürfte mit ihren aus den Zentralalpen vorstoßenden Gletscherzungen tiefe „Schürfwunden“ in die Landschaft und häufte mit ihrem Geschiebe an den Rändern sanfte Hügel, die Moränenhügel auf. Nach dem allmählichen Rückzug der Gletscher füllten sich diese Zungenbecken teilweise mit Wasser und bildeten so auch den Waginger mit Tachinger See.

Die Königsseeschifffahrt

Bis zum Jahr 1908 befördern Schiffer mit sogenannten Landauern (Flachboote mit 3 Ruderern) die damals ca 78 000 Fahrgäste pro Jahr über den See. Ab 1909 übernehmen Elektrofahrgastschiffe diese schweißtreibende Arbeit. Diese Fahrgastschiffe baut die höchstgelegene (600 m üdM), südlichste Werft Deutschlands hier an der Seelände am Königssee. Schon ab Mitte der 70er Jahre warten eigene Arbeiter die Schiffe und bauen sie um, bis dann in der hauseigenen Werft 1984 das erste Schiff, die „Funtensee“ und 1988 die „Göll“ entstehen. Alle zum Auf- und Ausbau der Schiffe benötigten Handwerksberufe finden sich in der Werft und sie alle sind bei der Schifffahrt beschäftigt.

Ausnahmslos der Umwelt zuliebe mit Elektromotoren angetrieben, befördert die bayerische Seeenschifffahrt am Königsee heute mit 18 fast baugleichen Booten in den Spitzen um die 700 000 Besucher jährlich. Fast nichts kann die feine, sauber herausgeputzte Flotte aufhalten. Einzig das Eis bringt die Schifffahrt – jedoch äußerst selten - zum Stillstand.

In der Alpenstadt Bad Reichenhall - der Pulverturm
Mehr als 700 Jahre „Alte Geschichte“ und die „Neueste Geschichte“ der Erhaltung und Vermehrung der vielfältigen Pflanzenwelt zu erleben – all das zeigt sich eindrucksvoll nach einem Spaziergang von der Altstadt Bad Reichenhalls hinauf an die alte Stadtmauer zum Pulverturm.
Der Pulverturm – eines der ältesten noch erhalten Gebäude der Stadt:
Im Jahre 1275 als Teil der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet, die zum Schutz der Solequellen auf dem Gruttenfelsen diente und hier 20 Meter beinahe senkrecht abfällt, dürfte der Name „Pulverturm“ auf das lange Zeit in diesem Turm gelagerte Schießpulver hindeuten.
Zugleich zaubert die von der „Biosphärenregion Berchtesgadener Land“ im Zuge des Programms „Blütenvielfalt für’s Berchtesgadener Land“ den ganzen Sommer über zu bestaunende Natur und Natürlichkeit - hier mit einer für den mageren Standort passend aus einheimischen Beständen geernteten Samenmischung für einen Trockenstandort.

Die Sur mit dem "Surspeicher"
Rupertiwinkel: Die Sur – so klein und brav sie „normalerweise“  von Surberg herkommend durch die Gemeinde Teisendorf, weiter in die Gebiete von Petting, Freilassing und Saaldorf-Surheim fließt, um dann schlussendlich bei Laufen in die Salzach zu münden – sie konnte alles zerstörend zu riesigen, alles mitreißenden und überschwemmenden Wassern anschwellen. Diese Unbilden in den Griff zu bekommen, reguliert seit seiner Inbetriebnahme 1968 eine Talsperre an der Gemeindegrenze Teisendorf-Petting (zugleich Landkreisgrenze Berchtesgadener Land – Traunstein) die Sur und konnte so seitdem immer wieder größere Schäden am weiteren Verlauf des Flusses verhindern. Zudem erzeugt ein in die Talsperre eingebautes Wasserkraftwerk umweltfreundlichen Strom. Mit dem Hochwasserereignis Anfang Juni 2013 erreichte die Talsperre erstmals am 2. Juni den Vollstau.

Laufen a.d. Salzach im Rupertiwinkel - Region Bergerlebnis Berchtesgadener Land
Die Stadt Laufen zeigt sich bei einer Wanderung auf der Leopold-Kohr-Promenade am Oberndorfer Ufer in der Gänze der Salzachschleife. Besonders beeindruckend der Fluss bei hohem Wasserstand nach einem „Starkregenereignis“ in den Oberläufen der Salzach.

Den Namen „Leopold-Kohr-Promenade“ erhielt der auf österreichischer Seite auf dem Damm verlaufende Weg nach dem berühmten, 1909 in Oberndorf geborene Nationalökonom, Jurist, Staatswissenschaftler und Philosoph. Er propagierte die „Dezentralisierung sozialer Organisationen und Gruppen auf eine Größe, in der Funktion noch möglich ist, aber gleichzeitig den Mitgliedern eine Überschaubarkeit erlaubt“ (Wikipedia). 1983 erhielt er den „Alternativen Nobelpreis“ – ein Auszeichnung, die seit 1980 jährlich verliehen wird „für die Gestaltung einer besseren Welt“…..

Komet Neowise
Nur alle 5000 bis 7000 Jahre am Sternenhimmel zu sehen – und wir gehören zu den Glücklichen!
Momentan am Höhepunkt der Sichtbarkeit – auch für „ungeübte“ Sternengucker.
Vom Weltraumteleskop „Neowise“ (daher auch sein Name) erst im März diesen Jahres entdeckt, avanciert dieser Komet zum momentanen „Höhepunkt“ des sommerlichen Nachthimmels.
Für alle Nachtschwärmer: Noch bis 25. Juli geht es ab ca 22.30 Uhr los und dauert bis in die frühen Morgenstunden. Nach dem 25. Juli verschwindet er langsam wieder in die „Weiten des Alls“, um sich in ca 6000 Jahren erneut den Erdbewohnern zu zeigen.

Das Bild zeigt den Wallfahrtsort Maria Bühel bei Oberndorf im benachbarten Österreich (Nachbarstadt zu Laufen a.d. Salzach auf der Deutschen Seite).

Hochstaufen, Mittelstaufen, Zwiesel – das Land vor den Bergen
ein markanter Gipfelaufbau

Der nördlichste Gipfelaufbau des Berchtesgadener Landes und zugleich der östlichste Gipfelaufbau der Chiemgauer Alpen – als beides zugleich sind die in ihrer Formation so harmonisch wirkenden Gipfel von Hochstaufen (1.771 m), Mittelstaufen (1618 m) und Zwiesel (1.782 m) in der Geographie festgehalten. Für die Fotografen kommt zum Bergmotiv das landwirtschaftlich geprägte, schon beinahe als Parklandschaft zu bezeichnende „Land vor den Bergen“ hinzu. Vom flach-sanfthügelig, von der letzten Eiszeit (der Würmeiszeit) vor ca 18 000 Jahren  modellierten Land geht es über in die voralpinen, oft fast zur Gänze bewaldeten Hügel. Hochstaufen, Mittelstaufen und Zwiesel bilden dazu den mächtigen Hintergrund (auf dem Bild im späten, nochmal vom Schneefall in den alpinen Regionen geprägten Frühjahr – für Geübte(!) Bergsteiger zu empfehlen die komplette Überschreitung der drei Gipfel).

Eisenbahnbrücke Freilassing

Seit 1860 verbindet mit der Einweihung der Bahnstrecke München-Salzburg am 12. August die als Viadukt errichtete Eisenbahnbrücke über die Saalach die Städte Freilassing auf bayerischer mit Salzburg auf österreichischer Seite. Die Besonderheit dabei: die gesamte Bahnstrecke damals noch eingleisig – die Brücken auf der Strecke München-Salzburg aber bereits für zweigleisig ausgelegt.
Der wohl berühmteste Zug, der diese Brücke benutzte, dürfte der Orientexpress gewesen sein, der erstmals am 5. Juni 1883 von Paris in Richtung Konstantinopel (seit 1930 Istanbul) verkehrte – damals aber noch nicht durchgängig, sondern auch mit Fähr- und Schiffsverbindungen; ab 1890 dann durchgehend auf dem Landweg. Die Einstellung der durchgehenden Verbindung (der Direct Orient) zwischen Paris und Instanbul erfolgte 1977
(Quelle teilweise Wikipedia)

Salzburg - mit der Pferdeschwemme und dem Nagelfluh-Steinbruch
Der Rupertiwinkel stand Jahrhundertelang unter der Herrschaft der Erzbischöfe von Salzburg:
Hier die Pferdeschwemme in Salzburg– ein markantes und viel fotografiertes Bauwerk an der steil aufsteigenden Felswand des Mönchsberges. Erbaut in den Jahren 1695/96 unter Fürsterzbischof Johann Ernst Graf Thun als diente es als Schwemme (Bad) für die Pferde. Die kunstvoll mit Pferdefresken versehene Rückwand sollte die dahinter befindlichen, einfachen Gebäude verdecken. Mächtig ragt über allem die als Steinbruch (Konglomeratfels oder auch Nagelfuh genannt) für den Bau des Domes genutzte glatte Felswand auf.

Straß – Kirche (Pfarrei Thundorf) - Ainring
Der Rupertiwinkel mit seiner so typischen Bauweise der Kirchen mit Zwiebelturm – wie hier in Straß mit der Kirche St. Nikolaus (Pfarrei Thundorf / Gemeinde Ainring) und dazu der weißblaubayerische Himmel…
Das Patrozinium des Hl. Nikolaus kennzeichnet gerne Straßenorte des Mittelalters, da er als der Patron der Handlungsreisenden und Kaufleute gilt.
Eine Augenweide: Der Turm in der Ausführung mit gleich drei Zwiebeln übereinander…
Leider lässt sich über die bauliche Entwicklung dieser so schönen Kirche nicht viel berichten – es gibt nur sehr lückenhaft Unterlagen. Das heutige Aussehen erhielt die Kirche im späten 18. Jahrhundert und aus dieser Zeit stammt auch der Turm mit der baulichen Besonderheit der gleich drei Zwiebeln.

Teisendorf – Kriegerdenkmal mit herrlich blühenden Rosen
Herrlich blühende rote Rosen schmücken derzeit am „Eingang“ zum Markt Teisendorf von Osten her vor dem Friedhof die Kriegerkapelle St. Michael. Die Parkanlage und damit auch diese herrlichen Rosen pflegen das ganze Jahr über die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs. Die Kriegerkapelle - aus den in der Region des Rupertiwinkels abgebauten Nagelfluhsteinen errichtet und mit dem markant an einen Stahlhelm erinnernden Kupferdach versehen - entstand 1922 nach den Entwürfen des bekannten Teisendorfer Kunstmalers Anton Vitzthum  (1877 – 1931), der auch das große Gemälde im Inneren  erstellte – der Hl. Michael als Seelenführer mit einem sterbenden Soldaten. Die Tafeln mit den Namen der Gefallenen und Vermissten der vergangenen drei Kriege erinnern mahnend an das große Leid für das Land.

Badylon Freilassing neu nach dem Hochwasser Juni 2. Juni 2013

Heute ein bauliches Juwel inmitten der Stadt Freilassing: das neu errichtete Hallenbad Badylon mit großzügiger Sporthalle und Freizeitanlage.
Ganz anders sah es Anfang Juni 2013 aus. Das Hochwasser der Saalach überschwemmte große Teile der Stadt und das Gelände mit dem damaligen „Badylon“ mit Umfeld versank in Wasser und Schlamm. Gutachten brachten zu Tage, dass eine Renovierung des Bades nicht zielführend sein werde.
Inzwischen steht das Hallenbad Badylon auf neuestem Stand der Technik der Bevölkerung aus Nah und Fern seit der Eröffnung am 14. September 2019 zur Verfügung.