Skip to main content

Die Energie der Sonne ist unerschöpflichDer Solarpark in Neukirchen ist am Netz

Die unerschöpfliche Energie der Sonne einzufangen und effizient zu nutzen – ein Traum, der die Menschheit beschäftigt, seit Energie gebraucht und verbraucht wird. Bereits 1839 entdeckte der französische Physiker Alexander Edmond Becquerel den photoelektrischen Effekt. 1905 gelang es dann Albert Einstein, den Photoeffekt richtig zu erklären, wofür er 1921 den Nobelpreis bekam. Erst dann 1954 gelang es Daryl Chapin, Calvin Fuller und Geralt Pearson die ersten Siliziumzellen mit einem Wirkungsgrad von um die vier Prozent zu produzieren. Die Nachfrage aus der Raumfahrt brachte in den 1960er und 1970er Jahren entscheidende Fortschritte in der Forschung, da erst die Entwicklung der sogenannten Sonnensegel die Versorgung mit Energie für eine bemannte Raumfahrt und längeren Aufenthalt im All dadurch ermöglichte.

In den Zeiten des „Kalten Krieges“ als Munitionsdepot mit riesigen Bunkeranlagen weitläufig bebaut und vielen damals Wehrpflichtigen noch bestens in Erinnerung durch die gefürchtete „Munwache“, sollte nach der Wende das Gebiet dieses Depots in der Nähe von Neukirchen eine neue Nutzung erfahren. Als „Kalten Krieg“ bezeichnet die Geschichte die Zeit von 1945 bis in die 1990er Jahre, als die Westmächte unter Führung der USA und der Ostblock unter Führung der Sowjetunion mit allen verfügbaren Mitteln – jedoch aber unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges – ihre Konflikte austrugen. In diese Zeit Ende der 60er Jahre viel der Bau dieses Munitionslagers in Neukirchen zur Versorgung der Kasernen Brannenburg, Traunstein, Bad Reichenhall und Strub. Der Bund erwarb damals dafür unter strengster Geheimhaltung das Gelände dreier Bauern und siedelte diese kurzerhand um. Mit dem Ende des Kalten Krieges verlor das Munitionslager an Bedeutung und stand zum Verkauf. Verschiedene Kaufinteressenten mit den unterschiedlichsten Nutzungsvorschlägen, wie Freizeitpark, Champignonzucht oder Wildgehege gaben sich buchstäblich die Klinke in die Hand, jedoch ohne Kaufabschluss.

Das Interesse einiger Photovoltaikbetreiber ließ 2007 die Gemeinde Teisendorf in Abstimmung mit dem Landratsamt einen entsprechenden Flächennutzungs- und Bebauungsplan aufstellen. Nach verschiedenen Investoren fand sich mit der Firma Solea AG aus Plattling unter Vorstand Georg Sterner ein zuverlässiger Investor und Betreiber des 14-Millionen-Euro-Projekts. Dabei handelt es sich sicherlich – so Bürgermeister Franz Schießl - um die größte private Einzelinvestition in der Gemeinde Teisendorf.


Die unerschöpfliche Energie der Sonne produziert hier teilweise bereits seit August 2008 und nun auf der kompletten Anlage mit 22 515 Solar-Modulen jährlich mehr als 4,3 Megawatt Strom. Dies reicht aus, 1100 Vier-Personen-Haushalte zu versorgen und damit 4300 Tonnen Kohlendioxid einzusparen.. Damit kommt der Landkreis Berchtesgadener Land dem sich selber gesteckten Ziel einen Riesenschritt näher, bis 2030 sich komplett aus erneuerbaren Energien zu versorgen.